Lass Dich beim Konsum von der Notwendigkeit und nicht von der Begierde leiten

In einer Welt voll Überfluss ist es nicht einfach, einen Überblick zu behalten, das rechte Maß zu finden und möglichst zu halten. Egal wo wir sind, egal was wir tun, um uns herum ist viel zu viel und all das verlangt stetig nach unserer Aufmerksamkeit.

Der bekannte Psychoanalytiker und Sozialpsychologe Erich Fromm (1900 – 1980) beschäftige sich mit dem Konsumieren als psychopathologisches Problem, dem zwanghaften Ausdruck der Gier. Fromm versteht darunter den Drang, immer mehr zu essen, immer mehr zu kaufen, immer mehr zu haben, immer mehr zu benutzen. Den davon betroffenen Menschen bezeichnet er als homo consumens, den das Prinzip des unbegrenzten Konsums als Lebensziel definiert.

„Es scheint so zu sein, indem man etwas in sich hinein nimmt – sei es das Essen oder indem man Dinge kauft – dass man dadurch des Gefühl der Lähmung, der Schwäche, der Leere überwindet und fühlt: Ich bin ja wer, ich hab ja etwas – ich bin nicht nichts. Man füllt sich mit Dingen, um die innere Leere oder vielmehr das Gefühl der inneren Leere zu überwinden. Das ist der passive Mensch, der fühlt, dass er wenig ist, aber wenn er viel hat und benützt, vergessen kann, dass er wenig ist.“ – Erich Fromm

„Die Leidenschaften sind Passivitäten“, sagte Erich Fromm. Aktivität dagegen ist etwas, das die den Menschen innewohnenden Kräfte – vor allem Liebe und Vernunft – zur Entwicklung und Entfaltung bringt.

Was sind die Ursachen und was können wir dagegen tun?

Mit mehr Vernunft zu mehr Aktivität statt Passivität, wenn wir uns nach den Gedanken von Erich Fromm richten. Doch ist es besonders in heutiger Zeit nicht einfacher, sich an ein gesundes Maß zu halten.

Werbung weckt Begierde – und führt zu mehr Konsum

Egal, ob in digitaler Welt oder im analogem Leben, überall findet sich Werbung und es wird immer mehr davon. Die Werbung suggeriert, verspricht und beeinflusst einen Spontankauf oder eine Entscheidung.

Im Übermaß all jenen Dingen, die die Welt zu bieten hat, gelangen wir ins Leere, statt einkehrend ins „Sein“ und in unser „Inneres“. Weniger haben und verlangen – mehr schätzen und geben. Ein hilfreicher Leitsatz fürs Leben.

Mehr Notwendigkeit – weniger Begierde

Alkohol, Zigaretten, Zuckerhaltiges, all jenes, was nicht zu den Grundnahrungsmitteln gehört, ist Genuss. Ein warmes Zuhause und ein gesundes Essen sind Notwendigkeiten. Eine Sammlung an Büchern -als Beispiel für Deine Leidenschaft – ist Genuss und Notwendigkeit. Aber nur, solange Du sie verwendest und daran Freude hast.

Ein Hobby sollte daher bestenfalls nicht als Ballast empfunden werden. Ein kurzzeitiger oder langfristiger Verzicht jederzeit möglich sein. Ein zwanghaftes Verlangen wäre Begierde und man würde immer mehr haben wollen. Du erlebst mehr Freude und Genuss daran, wenn es sich im gesunden Maße hält. Einfach mehr schätzen statt mehr zu begehren.

„Nichts aber kann dir für die Maßhaltung in allen Dingen so nützlich sein als ein häufiges Denken an die Kürze des Menschenlebens  und zugleich an seine Unsicherheit. Was du auch tun magst, bedenke das Ende!“ Erkannte schon Seneca vor rund 2000 Jahren.

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit!

2 Gedanken zu „Lass Dich beim Konsum von der Notwendigkeit und nicht von der Begierde leiten“

  1. Hallo Viktor,

    Erich Fromm und Du sprechen mir aus dem Herzen! Weniger ist mehr. Sein statt Haben. Kaufen, was man (ge)braucht, und auf das „verzichten“, was andere uns einreden, das wir es haben müssen.

    Viele Grüße

    Christof

    1. Hallo Christof,

      „…und auf das „verzichten“, was andere uns einreden, das wir es haben müssen.“
      ist die Botschaft des Artikels. Vielen Dank für Deine passende Ergänzung.

      Viele Grüße,
      Viktor

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