Gokan no Ge – 5 Gedanken vor der Mahlzeit

Der Zen-Buddhismus ist ein Übungsweg – im Geiste der Achtsamkeit – um den Geist zu klären und das Herz zu beruhigen.

Mit Zazen (jap. 座禅, dt. „Sitzmeditation“) – die im Lotossitz auszuführende gegenstandslose Meditation des Zen-Buddhismus – erlangst Du mehr Achtsamkeit in Deinem Alltag.

Das „Gokan no Ge“ oder die „Fünf Gedanken“, ist ein buddhistischer Gesang, der vor Mahlzeiten angestimmt wird. Es genügt natürlich, es nur gedanklich zu praktizieren. Viel wichtiger ist die Achtsamkeit und Dankbarkeit vor und während der Aufnahme einer Mahlzeit.

Gokan no Ge 
  1. Denke nach, woher die Nahrung vor Dir kommt – wie sie angebaut, zubereitet und serviert wurde. 
  2. Denke über Deine Tugenden und Dein Verhalten nach. Bist Du der Mahlzeit würdig? 
  3. Konzentriere Dich allein auf die Mahlzeit vor Dir, nimm Dir Zeit für sie und denke an nichts anderes.  
  4. Iss nicht wie ein Gourmet, urteile nicht, ob das Mahl schmeckt oder nicht. Es dient einzig der Lebenserhaltung.  
  5. Sei dankbar für alles und esse mit Dankbarkeit. Eine Mahlzeit zuzubereiten und zu sich zu nehmen, sobald meditiert wurde, ist Teil des Weges auf dem tugendhaften Weg des Buddhismus. 

An jedem Punkt sitzt er aufrecht, legt seine Hände im Gebet zusammen und sagt mit klarer Stimme „itadakimasu“. Ein japanischer Begriff, der vor den Mahlzeiten verwendet wird, um Dankbarkeit und Demut auszudrücken. Erst dann kann der Mönch endlich seine Essstäbchen nehmen, um sein Essen zu genießen. Diese fünf Punkte basieren auf zwei wichtigen Zen Büchern,  Tenzé Kykun und Fushuku Hanpé, die vorschreiben, wie man Nahrung zubereitet und zu sich nimmt. Beide Texte wurden von Dogen Zenji zusammengestellt. 

Dōgen Zenji, auch Kigen oder nach dem von ihm gegründeten Tempel Eihei-ji. Eihei (japanisch 道元禅師 Dōgen Zenji – Meister Dōgen;希玄, 永平) (* 26.Januar 1200 in Uji; † im Spätsommer 1253 in Kyōto) war ein Lehrer des japanischen ZenBuddhismus und einflussreicher Abt. 

Nachdem er schon einige Jahre im Kennin-ji-Kloster Mönch war, ging Dogen 1223 nach China, wo er unter Meister T`ien-t`ung Ju-ching tiefe Erleuchtung erfuhr. 1227 kehrte er nach Japan zurück und lebte im Kloster Kennin-ji in Kyoto. 1236 gründete er das Kosho-ji, das erste Sōtō-Zen-Kloster Japans. Doch betrachtete er sich nicht als Gründer einer neuen „Sōtō-Sekte“, sondern nur als Erneuerer der ursprünglichen, authentischen Buddha-Lehre, die er auf einer Chinareise entdeckt zu haben meinte.

1243 verließ er das Kloster, da er seine Übertragungslinie vom weltlichen Einfluss fernhalten wollte, und zog sich in den Bergen in der Provinz Echizen zurück. Dort lebte er zunächst in einer Einsiedelei, doch aus der Hütte in der er dort lebte, entwickelte sich mit der Zeit das große Kloster Eihei-ji, das bis heute, neben dem Soji-ji, das wichtigste Kloster des jap. Soto-Zen ist. Er übertrug die Chan-Schule mit der rituell und kollektiv geübten Sitzmeditation Zazen aus China nach Japan.

Vielleicht konnte ich Dich mit diesem Artikel dazu bewegen, es auszuprobieren oder gar möglichst oft und ähnlich zu praktizieren. Berichte mir gerne von Deiner bisherige Erfahrung.

2 Gedanken zu „Gokan no Ge – 5 Gedanken vor der Mahlzeit“

  1. Lieber Viktor,

    was für eine wunderbare Erinnerung, die Dinge des täglichen Lebens mit mehr Achtsamkeit zu begehen. Gerade beim Essen ist das so wichtig – und sorgt für mehr Dankbarkeit. Ich würde deinen wertvollen Artikel sehr gerne bei mir auf Facebook teilen. Darf ich? Vielen Dank für die Inspiration.

    Liebe Grüße,
    Alexandra

  2. Liebe Alexandra,

    vielen herzlichen Dank ebenfalls und schön, dass Dir dieser Artikel sehr gefallen hat.

    Sehr gerne darfst Du diesen Artikel auf Facebook – und gerne auch auf weiteren Plattformen – teilen. Ich würde mich sehr freuen.

    Schließlich ist die Botschaft des Artikels klar; stets mehr Achtsamkeit für und bei einer Mahlzeit.

    Liebe Grüße,
    Viktor

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