60 Zitate von Epikur, dem Meister der Naturlehre, Logik und Ethik

Epikur war ein griechischer Philosoph, Begründer des Epikureismus und der epikureischen Schule, der etwa 341 bis 271 vor Chr. gelebt hat. Da sich Epikur und seine Anhänger häufig in einem Garten versammelten, wird seine Schule nach dem griechischen Wort für Garten (κῆπος) auch Kepos genannt.

In einem Garten zu Athen kündete Epikur Freunden und Schülern die frohe Botschaft, dass der Mensch ein Recht habe, glücklich zu sein, und dass es zu den Pflichten eines Mannes gehöre, dieses Recht sein eigen zu machen. Eine Weisheit floss von den Lippen des Philosophen, der den Körper schön und gesund, den Geist frisch und duldsam, die Seele aber gut haben wollte. In den menschlichen Fähigkeiten sah er nur Mittel, den Reichtum dieser Erde zu genießen und die Waffen des Leides von sich abzuwehren.

Kein Widerspruch und kein Streit störte die heiteren Gelage der Freunde, denn im Gegensatz zu allen anderen Bekenntnissen der Philosophie und Religion spalteten sich die Junger des Gartens niemals in Sekten, sondern hielten stetes Gebote fest: das Schöne in Frieden zu genießen und Andersdenkende ohne Bekehrungsversuch bei ihrem Glaube zu lassen.

Die höchste Stufe der Weisheit ist innere Ruhe, deren der Mensch durch lange Arbeit an sich und durch tiefes Nachdenken über seine Anlagen teilhaftig wird. Mit den nachfolgenden Zitaten kann jeder wunderbar in sich kehren. 

„So halten wir die Genügsamkeit für ein großes Glück, nicht, weil wir uns beständig mit wenigem begnügen wollen, sondern damit wir froh bleiben, wenn nur weniges vorhanden ist, in der sicheren Überzeugung, dass dem der Überfluss am besten schmeckt, der seiner am wenigsten bedarf.“ Epikur

„Wer sich Weisheit erwirbt, hat ein Gut, das er nie verlieren kann.“ Epikur

„Ich will dir ein unschuldiges Sympathiemittel verraten: Liebe erst selbst, und Du wirst schon wieder geliebt werden. Ein Epikureer zu Epikur

„Die schönste Frucht der Gerechtigkeit ist Seelenfrieden.“ Epikur

„Wenn der Gott den Gebeten der Menschen entsprechen würde, dann wären schon längst alle Menschen zugrunde gegangen, weil sie unablässig viel Schlimmes gegeneinander erbitten.“ Epikur

„Hört niemals auf über das Wesen meiner Lehren nachzudenken, ob ihr allein seid oder mit einem gleichgestimmten Freund. Dann gewinnt ihr ruhigen Schlaf und könnt euch in Ruhe an eurer Fähigkeit erfreuten. Wer so weit gekommen ist, lebt wie ein Gott unter den Sterblichen.“ Epikur

„Der Freund wird für den Freund das Leben lassen, ohne mit der Wimper zu zucken, wenn dieses Opfer wahren Nutzen bringt.“ Epikur

„Nichts genügt dem, für den genug zu wenig ist.“ Epikur

„Der Tod ist gut, wie das Leben gut ist, denn es gibt ihn nicht, solange man empfindet, und wenn er eintritt, empfindet man nicht mehr.“ Epikur

„Schlimm ist der Zwang, doch es gibt keinen Zwang, unter Zwang zu leben.“ Epikur

„Wer den Frieden der Seele hat, beunruhigt weder sich selbst noch einen anderen. Epikur

„Die Kriterien der Wahrheit sind die Sinne, die Begriffe und die Gefühle.“ Epikur

„Aus Angst, mit Wenigem auskommen zu müssen, lässt sich der Durchschnittsmensch zu Taten hinreißen, die seine Angst erst recht vermehren.“ Epikur

„Das vollkommen glückliche, wenige Wesen tut weder selbst Arbeit noch bürdet es anderen solche auf. Deshalb ist es weder für Zorn noch für Gunst empfänglich, denn beide Eigenschaften sind Zeichen der Schwäche. Das Vorhandensein der Gottheit lässt die Vernunft erkennen, aber die Menschen haben vielerlei Götter erfunden und ihnen die eigenen Leidenschaften angedichtet, das heißt, sie haben nach ihrem Ebenbild Götter erschaffen.“ Epikur

„Wer Furcht verbreitet, ist selbst nicht ohne Furcht.“ Epikur

„Bei den meisten Menschen ist die Ruhe Lähmung, die Bewegung Tollheit.“ Epikur

„Der Tod ist uns gleichgültig, denn das Aufgelöste hat kein Gefühl, und wo kein Gefühl mehr besteht, endet alles.“ Epikur

„Der Anfang des Heils ist die Kenntnis des Fehlers.“ Epikur

„Die äußerste Grenze aller Lebensfreude ist Freiheit von allem Schmerz, denn wo eine Kraft wahre Lebensfreude erzeugt, findet weder Schmerz noch Missvergnügen Raum, solange diese Kraft am Werke ist.Epikur

„Der Anfang eines schönen Lebens und höchster Reichtum ist die Weisheit. Daher ist auch Weisheit die wertvollste Frucht aller Philosophie.“ Epikur

„Nicht jeder Schmerz hat seinen Sitz im Körper. Der heftigste Schmerz hat die kürzeste Dauer, so wie auch die höchste körperliche Lust nicht lange währt. Nach schwerer Krankheit überwiegt die Freude über die zurückkehrende Gesundheit die Erinnerung an die ausgestandenen Qualen.“ Epikur

„Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern mehr noch durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß.“ Epikur

„Niemand kann angenehm leben, der nicht klug, anständig und gerecht ist, aber niemand kann klug, anständig und gerecht sein, ohne angenehm zu leben. Wem also Klugheit, Anstand und Gerechtigkeit fehlen, dessen Leben kann auch nicht angenehm verlaufen.“ Epikur

„Tue nichts im Leben, was dir Angst machen muss, wenn es dein Nächster bemerkt.“ Epikur

„Die Lust ist Ursprung und Ziel des glücklichen Lebens.“ Epikur

„Der Reichtum der Natur ist beschränkt und leicht zu erwerben; der Reichtum des äußeren Scheins schweift ins Unendliche.“ Epikur

„Wie die Heilkunst keinerlei Nutzen hat, wenn sie nicht die Krankheiten der Körper vertreibt, so auch nicht die Philosophie, wenn sie nicht das Leiden der Seele vertreibt.“ Epikur

„Lebe heute, vergiss die Sorgen der Vergangenheit.“ Epikur

„Nur selten scheint dem Weisen die Sonne des Glücks. Er geht seinen Weg, indem er lebenslang der Stimme der Natur gehorcht und alles, soweit es in seiner Macht steht, nach ihren Vorschriften einrichtet. “ Epikur

„Die schönste Frucht der Gerechtigkeit ist Seelenfrieden.“ Epikur

„Der Gerechte ist immer heiter und ruhig, der Ungerechten plagt innere Unruhe.“ Epikur

„Das höchste Maß innerer Freuden ist erreicht, sobald alle Vorstellung erkannt und vertrieben sind, die unsere Seele mit Furcht erfüllen.“ Epikur

„Es gibt auch in der Schlichtheit eine Vornehmheit. Wer sie nicht beachtet, erleidet ähnliches wie jener, der in die Grenzenlosigkeit des Genusses verfällt.“ Epikur

„Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen darüber machen uns glücklich oder unglücklich.“ Epikur

„Unendliche Dauer gewährt keine größeren Freuden als ein beschränktes Zeitmaß, wenn die Vernunft die Grenzen gezogen hat.“ Epikur

„Die Menschen werden nicht durch die Dinge, die passieren, beunruhigt, sondern durch die Gedanken darüber.“ Epikur

„Die schönste Frucht der Selbstgenügsamkeit ist Freiheit.“ Epikur

„Wenn der Verstand durch Schlüsse Ziel und Grenze alles Körperlichen findet und alle Furcht vor Überirdischem verbannt, so ist der Grund zu einem vollkommenen Leben gelegt, zu dessen Fortdauer das Verlangen schwindet. Wir bleiben heiter, selbst wenn uns die Umstände zwingen, aus dem Leben zu scheiden, denn man verlässt es gleichgültig, weil man es sich nicht als unendlich vorgestellt hat.“ Epikur

„Die Menschen glauben im allgemeinen gern, was sie wünschen.“ Epikur

„Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.“ Epikur

„Wer die Grenzen des Lebens kennt, weiß auch, wie leicht es ist, das schmerzliche Gefühl des Begehrens zu entfernen und dadurch seine Tage heiter zu stimmen. Dazu bedarf es keines großen Aufwandes, der immer nur Neider erweckt.“ Epikur

„Die Wahrheit siegt durch sich selbst. Eine Lüge braucht stets einen Komplizen.“ Epikur

„Man muss immer sein Augemerk auf das Ziel richten und alle Ansichten auf diesen Zweck hin prüfen. Sonst bleibt Verwirrung und Unruhe unser Teil.“ Epikur

„Von allen Dingen, die das Glück des Lebens ausmachen, schenkt die Freundschaft uns den größten Reichtum.“ Epikur

„Solange du nicht deine gesamten Handlungen mit den Geboten der Natur in Einklang bringst, sondern vielmehr deine Begierden und deinen Hass von der Natur abkehrst, werden deine Handlungen mit der Vernunft in Widerspruch stehen.“ Epikur

„Wer des folgenden Tages am wenigsten bedarf, begrüßt ihn am freudigsten.“ Epikur

„Von allen Gütern, mit denen ein Weiser die Glückseligkeit seines Lebens vorbereitet, ist das größte die Freundschaft. Man kann ganz gewiss annehmen, dass durch Freundschaft das ganze Leben sichergestellt ist.“ Epikur

„Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinen Reichtümern hinzu sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.“ Epikur

„Ein einziger Grundsatz wird dir Mut geben, nämlich der Grundsatz, dass kein Übel ewig währt, ja nicht einmal sehr lange dauern kann.“ Epikur

„Wer in sich selber Frieden hat, schafft weder sich noch anderen Unruh.“ Epikur

„Für uns bedeutet Freude: keine Schmerzen haben im körperlichen Bereich und im seelischen Bereich keine Unruhe verspüren.“ Epikur

„Einige unserer Begierden sind natürlich und notwendig, andere natürlich und nicht notwendig, eine dritte Art ist aber weder natürlich noch notwendig, sondern entstammt leerer Einbildung. Natürlich und notwendig sind solche, deren Befriedigung ein schmerzliches Gefühl endet, wie der Trank den Durst löscht. Natürlich und nicht notwendig sind Freuden, die dem feinen Geschmack genügen, wie zum Beispiel köstliche Speisen nicht nur den Hunger stillen, sondern auch den Gaumen kitzeln. Weder natürlich noch notwendig sind alle übrigen Begierden, wie der Ehrgeiz nach Macht oder die Sucht nach Ruhm, die durch Aufstellen eines Denkmals Frieden findet.“ Epikur

„Es gibt nur einen Weg zum Glück und der bedeutet, aufzuhören mit der Sorge um Dinge, die jenseits der Grenzen unseres Einflussvermögens liegen.“ Epikur

„Zieh dich dann vor allem in dich selbst zurück, wenn du gezwungen bist, unter vielen Menschen zu sein.“ Epikur

„Begierden, deren Erfüllung kein unangenehmes Gefühl verdrängt, sind keineswegs unter die notwendigen zu rechnen. Ihre Freuden verfliegen um so schneller, je schwerer sie zu erlangen sind, und je mehr üble Folgen sie zeitigen.“ Epikur

„Kleine Seelen werden durch Erfolge übermütig, durch Misserfolge niedergeschlagen.“ Epikur

„Das beste Zeichen, dass etwas von Natur aus nützlich sei, besteht darin, dass es weder uns selbst noch anderen schadet.“ Epikur

„Der größte Reichtum ist die Selbstgenügsamkeit.“ Epikur

„Wir dürfen nie vergessen, dass die Zukunft zwar gewiss nicht in unsere Hand gegeben ist, dass sie aber ebenso gewiss doch auch nicht ganz außerhalb unserer Macht steht.“ Epikur

„Lebt wohl und erinnert euch an meine Lehren.“ Epikur

2 Gedanken zu „60 Zitate von Epikur, dem Meister der Naturlehre, Logik und Ethik“

  1. Hilfe! So viele schöne Zitate von Epikur. Aber ich suche kurzfristig das eine, in dem E. sinngemäß sagt: Fürchte dich nicht vor den Göttern und kümmere dich nicht um sie. Sie kümmern sich auch nicht um dich“.
    Can you help shortly?
    Gruß, Tom

    1. Moin Tom,
      ich versuche Dir schnell zu helfen. Und sorry, wegen der etwas späten Antwort. Dein Kommentar war unglücklicherweise zunächst im Spam Ordner gelandet.

      Meinst Du vielleicht dieses Zitat?
      „Mach dir deine eigenen Götter und unterlasse es, dich mit einer schnöden Religion zu beflecken.“ Epikur

      Ansonsten hätte ich jetzt kein passenderes Kommentar zur Hand.
      Sollte ich mal drüber stolpern, lasse ich Dich gerne wissen.

      Viele philosophische Grüße,
      Viktor

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